Nachlese zur Presse-Konferenz über die Gründung der Bürgerinitiative „Rettet den Stadtgarten“

Noch ruht der steinerne Löwe arglos auf seinem prächtigen Sockel im Bad Honnefer Stadtgarten an der Alexander-von- Humboldtstraße. Das könnte sich aber ändern, falls das neue ISEK-Stadtentwicklungskonzept verwirklicht wird, das der Stadtrat am 8. Dezember 2016 beschlossen hat und nun öffentlich zur Diskussion stellt.

Es sieht u.a. vor, städtische Grünanlagen zu bebauen, um Wohnraum für 3.000 neue Bürger und Bürgerinnen zu schaffen. Auch ein Teil des Stadtgartens wäre betroffen. Um dies zu verhindern, wurde im April 2017 eine Bürgerinitiative unter dem Slogan „Rettet den Stadtgarten“ gegründet. Auf ihrer ersten Pressekonferenz am 14. Juni 2017 im Hotel Seminaris zeigte sie sich fest entschlossen, hart für ihr Ziel zu kämpfen.

„Wirtschaftliche Erwägungen müssen gegenüber dem berechtigten Anspruch der Bürgerinnen und Bürger, grüne Oasen in der Stadt zu nutzen und sich an ihnen zu erfreuen, zurücktreten. Wir sind uns auch unserer Verantwortung für die folgenden Generationen bewusst. Diese haben ein Recht darauf, dass ihre Zukunft nicht ‚verbaut’ wird.“ Mit diesen Worten unterstrich der Sprecher der Bürgerinitiative, Heinz Jacobs, seine Forderung, den Stadtgarten in seiner jetzigen Form und Schönheit ungeschmälert zu erhalten. Zu viel stehe auf dem Spiel.

Nicht nur der alte Baumbestand und die dunkelblau-violetten Bänder der blühenden Krokusareale im Frühjahr, sondern vor allem auch die wichtige Rolle, die der Stadtgarten als Herzstück zweier grüner Achsen von Ost nach West und von Süd nach Nord inmitten der Stadt innehabe.

Bad Honnefs Bevölkerung müsste erhebliche Einbußen an Lebensqualität und Gesundheit hinnehmen, würden Teile des Stadtgartens vernichtet: ein weitläufiges Spazieren im innerstädtischen Grün wäre stark beschnitten, ungefiltert würden Schadstoffe von der B42 in die Stadt hineingeblasen werden, zudem wird der Schutz und Lebensraum streng geschützter Tierarten, wie Fledermäuse und der selten gewordenen Haselmäuse, gefährdet.

„Es ist irritierend, dass ein Teil des Stadtgartens durch die ISEK-Bebauungspläne in das Visier kurzfristiger und kurzsichtiger Interessen geraten ist. Im Rahmen der Bewerbung für die Landesgartenschau 2020 wurde er doch von den verantwortlichen Antragstellern als ein wichtiges Highlight gepriesen.“, ergänzten die anwesenden Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative. Sie kündigten an, nach den Sommerferien eine Unterschriftenaktion zu starten und die Diskussion um den Widerstreit von quantitativem und qualitativem Wachstum in der Stadt anzustoßen.

„Wir möchten, dass der Löwe weiter beruhigt schlafen kann“, so der einhellige Wille der Initiatoren. „Freuen würde er sich mit Sicherheit, könnte der Stadtrat sich dafür entscheiden, den Stadtgarten in „Löwenpark“ umzubenennen.“

Diese Presse-Information zum Download

Ein Kommentar zu „Nachlese zur Presse-Konferenz über die Gründung der Bürgerinitiative „Rettet den Stadtgarten“

  1. Leider habe ich zu spät von der Pressekonferenz gelesen, aber ich pflichte Ihnen in allen Punkten bei, dass es andere Wege geben muss, um das Stadtsäcklein zu füllen, als die grüne Lunge unserer beliebten Stadt zu vernichten.
    Immer wieder steht Bad Honnef mit auf der Liste, in der sehr viele wohlhabende Menschen wohnen und man wird sogar darauf angesprochen bei Veranstaltungen z.B., wenn Touristen in unser Städtchen strömen. Warum also hat unsere Stadt Geldsorgen – warum müssen angedachte und viel diskutierte Parkraumbewirtschaftung, enormes Bauvorhaben und vieles mehr, den Bewohner beuteln und in Missmut versetzen? Warum lässt man z.B. „Coppeneur“ ziehen, warum stehen Läden leer, warum ist das Postgeländevorhaben nicht längst umgesetzt??? Zu viele Fragen die die Menschen umtreibt. Aber die die das Geld bringen könnten, shoppen lieber in Mailand, New York oder wo auch immer, wissen den Scharm unsere Stadt nicht mehr zu schätzen und wohnen lediglich hier, mehr nicht, lassen ihr Geld aber nicht in der Stadt.
    Ich denke, die Stadt müsste überlegen wie es für jeden jetzigen Bewohner wieder attraktiver wird hier zu wohnen, einzukaufen, sein Leben zu gestalten, seine freie Zeit uvm., anstatt neue Mitbürger anzuwerben, die sich mit der Stadt nicht identifizieren und nur „abwohnen“ wollen, die das alte Bad Honnef, das Nizza am Rhein, nicht mehr kennen und würdigen. Ist es nicht das viele Grün, die Nähe zum Rhein und das Siebengebirge, die Geschichte, was unser Städtchen ausmacht?
    Vor 20 Jahren habe ich mich bewusst für Bad Honnef entschieden und musste in den Jahren leider feststellen, dass sich vieles zum Nachteil entwickelt hat, der kleinste grüne Streifen bebaut wurde und dabei die Stadteinnahmen nicht gewachsen sind…auch weil die Mitbürger sich zu wenig einsetzen, zur Wehr setzen und Eigeninitiative zeigen.
    Drum finde ich diese Seite ganz lobenswert und den Schaffern sei Dank für ihr Engagement und ihren Kampfgeist! Wünsche Ihnen ganz viel Glück und Einsehen bei den Menschen, die Ästhetik noch groß schreiben und die Natur wertschätzen.

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