Warum sollten die Bad Honnefer am 6. Januar mit JA stimmen?

Die BI unterstützt den Wohnungs(neu)bau und die Notwendigkeit bezahlbarer Mieten. Aber: junge Familien mit Kindern oder Senioren, die auf preisgünstigen Wohnraum angewiesen sind, entlang einer Schnellstraße und Bahntrasse ansiedeln zu wollen, grenzt an Zynismus.

Die Baubefürworter sind sich ihrer ökologischen und gesundheitlichen Verantwortung nicht bewusst. Ziel der BI ist es daher, den gesamten Stadtgarten zu einem attraktiven, erdwallgeschützten Lern-, Lehr- und Beobachtungsraum für Jung und Alt zu gestalten, mit reaktivierten Schrebergärten, Bienen- und Schmetterlingsweiden,  zu einem einladenden Verbindungsglied zwischen dem Reitersdorfer Park, Seminaris-Grünflächen und dem alten Kurpark.

Folgende geprüfte Fakten sprechen gegen eine Bebauung:

Klima-Bericht: Der Bericht des LANUV NRW bescheinigt Bad Honnef eine ungünstige bis sehr ungünstige thermische Situation. Er empfiehlt den Erhalt unversiegelter Flächen und die Erhöhung des Grünanteils im Stadtzentrum. Wer trägt die Verantwortung, wenn sich der Hitzestau in der Stadt verstärkt und betonversiegelte Flächen das Abfließen von Wassermassen behindern?

Lärmbelastung: Das Eisenbahnbundesamt attestiert Bad Honnef eine gesundheitsgefährdende Lärmbelastung. Die für eine Wohnbebauung maßgeblichen Grenzwerte entlang der B42 werden deutlich überstiegen. Wissen die Baubefürworter nicht, welche Gefährdungen ein Dauerlärmstress bewirkt?

Überschwemmungsgebiet: Das Areal liegt lt. BUND in einem Überschwemmungsgebiet. Hier ist eine Bebauung grundsätzlich ausgeschlossen. Gibt es unter den Baubefürwortern niemanden, der sich an die Überflutungen des Stadtgartens und der Alexander-von-Humboldt-Straße in den 80er/90er Jahren erinnert?

Luftverschmutzung: Zieht man wissenschaftliche Untersuchungen in Leverkusen und Dortmund an Schnellstraßen zu Rate und kombiniert diese mit der Diskussion um Dieselverbote, fällt die Vorstellung der giftigen Abgaswolke entlang der B42 nicht schwer. Sind sich die Baubefürworter nicht bewusst, dass der häufig auftretende Westwind die Abgase von Schiffen, der Bahn und B42 in Richtung Stadt schiebt?

Diametrales Handeln: Bad Honnef ist Mitglied der „Kommunen für biologische Vielfalt“, der „Hochwassernotgemeinschaft“ und des Netzwerkes „Bad Honnef lernt Nachhaltigkeit“. Hieraus leiten sich kommunale Verpflichtungen ab, die in scharfem Gegensatz zu den Baubefürwortern stehen. Der nördliche Stadtgarten beheimatet geschützte Tiere, selten gewordene Pflanzen und alte Obstbäume!

Hand aufs Herz: Wie viele Wohneinheiten müssten im nördlichen Stadtgarten auf einer Fläche von 1,8 ha entstehen, um den Auswirkungen des demografischen Wandels entgegen zu wirken? Möchten Sie selbst mit Ihren Kindern und Enkeln unmittelbar an der B42 wohnen? Wäre es nicht besser, alternative Wohnflächen in Bad Honnef Süd und Aegidienberg zu erschließen und einer sozialverträglichen Nutzung zuzuführen?

Retten wir gemeinsam den Grüngürtel entlang der B42, so wie einst Konrad Adenauer den Kölner Grüngürtel rettete!

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