Grüngürtel statt Bodenversiegelung

Der Grüngürtel – ein Biotop

Die Vogelzählung im letzten Mai ergab laut NABU einen neuerlichen Rückgang der Artenvielfalt bei Gartenvögeln. Eine rühmliche Ausnahme stellen damit unser Stadtgarten und der anschließende Grüngürtel dar, denn das Areal ist eher als Vogelparadies zu bezeichnen mit Amseln, Drosseln, Kohl-, Blau- und Schwanzmeisen, Spatzen, Gimpel, Mönchsgrasmücke, Zilpzalp, Kleiber, Gartenrotschwanz, Distelfink, Rotkehlchen, Eichelhäher, Bunt- und Grünspecht. Etliche Vögel konnten noch gar nicht bestimmt werden. Selbst eine in unseren Breiten seltene Sperbereule wurde beobachtet, auf Ansitz im Totholz.

Ein solches Biotop in einem Stadtgebiet ist absolut schützenswert. Das müsste Anliegen aller Bürger sein.

Der Grüngürtel – ein Luftfilter

Manche Städte unternehmen große Anstrengungen, um einen Grüngürtel als natürlichen Luftfilter zu schaffen. Wir sind dem Trend längst voraus und können uns glücklich darüber schätzen. Bürger und Gäste – alle profitieren davon. So sollte der Erhalt der grünen Lunge Anliegen aller sein.

Grüngürtel statt Bodenversiegelung

Die Problematik der grenzenlosen Bodenversiegelung ist bekannt, der dringende Bedarf an bezahlbaren Wohnungen in Bad Honnef auch.

Stadt, Politik und Bürger sollten auf weitere großflächige Bodenversiegelung verzichten und stattdessen gemeinsam nach Lösungen suchen.

Die Bürger könnten zur aktiven Beteiligung bei der Grundstücksuche für Wohnbebauung aufgerufen werden: Vielleicht gibt es aufgegebene Wohngebäude, Hof- oder Industrieanlagen – also bereits erschlossene Grundstücke  – ,die einer neuen Bebauung im obigen Sinn zugeführt werden können.

Profitieren werden alle Bürger !

 

18. Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen

Am Dienstag, dem 27. Juni 2017, um 18 Uhr, findet im Sitzungssaal des Rathauses, Rathausplatz 1, Bad Honnef die 18. Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen statt. Hier soll unter anderem auch das „Integrierte Handlungs-Konzept (InHK) Stadterneuerung Innenstadt/ Rheinufer/ Rhöndorf“ besprochen werden, in dem es auch um die Zukunft des Stadtgartens und der angrenzenden Grünflächen gehen wird.

Folgende Tagesordnung ist für den öffentlichen Teil laut offizieller Einladung vorgesehen.

  1. Feststellung der Beschlussfähigkeit
  2. Tagesordnung
  3. Vorstellung Bauprogramm Tiefbau mit Überblick über das Beitragsverfahren und die gesetzlichen Rahmenbedingungen
  4. „Integriertes Handlungs-Konzept (InHK) Stadterneuerung Innenstadt/ Rheinufer/ Rhöndorf“
    – Beschluss zur Durchführung des ersten Bürgerdialogs und der Behördenbeteiligung auf Basis des Masterplan-VOR-Entwurf
  5. Information über den Bauantrag Auf Penaten
    – Bauvorhaben der SWIFT Rhein-Main
  6. Bebauungsplan Nr. 1-137 „Neubau St. Josef Schule“
    – Information zum Planungsprozess
  7. Straßenausbau Linzer Straße, 3. Bauabschnitt
    (Floßweg bis Menzenberger Straße)
  8. Ausbau und Austausch der Straßenbeleuchtung bis 2018
  9. Ergebnis Wettbewerbsverfahren zum Begegnungshaus Aegidienberg

Quelle: Stadt Bad Honnef, öffentliches Einladungsdokument zur 18. Sitzung des Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen

Für uns ist der unter Punkt 4 beschriebene Punkt  – „Integriertes Handlungs-Konzept (InHK) Stadterneuerung Innenstadt/ Rheinufer/ Rhöndorf“  Beschluss zur Durchführung des ersten Bürgerdialogs und der Behördenbeteiligung auf Basis des Masterplan-VOR-Entwurf – von besonderem Interesse. Geht es hier doch auch um die weitere Planung und Umsetzung sowie um den ersten Bürgerdialog zum Thema. Hier finden Sie die Vorlage des Beschlusses zum Download. Wir warten mit Spannung auf die Ergebnisse.

Zum Thema gibt es auch einen interessanten Artikel im Bonner General-Anzeiger: Stadtentwicklung – Stadt stellt Pläne für Bad Honnef vor

 

 

 

Nachlese zur Presse-Konferenz über die Gründung der Bürgerinitiative „Rettet den Stadtgarten“

Noch ruht der steinerne Löwe arglos auf seinem prächtigen Sockel im Bad Honnefer Stadtgarten an der Alexander-von- Humboldtstraße. Das könnte sich aber ändern, falls das neue ISEK-Stadtentwicklungskonzept verwirklicht wird, das der Stadtrat am 8. Dezember 2016 beschlossen hat und nun öffentlich zur Diskussion stellt.

Es sieht u.a. vor, städtische Grünanlagen zu bebauen, um Wohnraum für 3.000 neue Bürger und Bürgerinnen zu schaffen. Auch ein Teil des Stadtgartens wäre betroffen. Um dies zu verhindern, wurde im April 2017 eine Bürgerinitiative unter dem Slogan „Rettet den Stadtgarten“ gegründet. Auf ihrer ersten Pressekonferenz am 14. Juni 2017 im Hotel Seminaris zeigte sie sich fest entschlossen, hart für ihr Ziel zu kämpfen.

„Wirtschaftliche Erwägungen müssen gegenüber dem berechtigten Anspruch der Bürgerinnen und Bürger, grüne Oasen in der Stadt zu nutzen und sich an ihnen zu erfreuen, zurücktreten. Wir sind uns auch unserer Verantwortung für die folgenden Generationen bewusst. Diese haben ein Recht darauf, dass ihre Zukunft nicht ‚verbaut’ wird.“ Mit diesen Worten unterstrich der Sprecher der Bürgerinitiative, Heinz Jacobs, seine Forderung, den Stadtgarten in seiner jetzigen Form und Schönheit ungeschmälert zu erhalten. Zu viel stehe auf dem Spiel.

Nicht nur der alte Baumbestand und die dunkelblau-violetten Bänder der blühenden Krokusareale im Frühjahr, sondern vor allem auch die wichtige Rolle, die der Stadtgarten als Herzstück zweier grüner Achsen von Ost nach West und von Süd nach Nord inmitten der Stadt innehabe.

Bad Honnefs Bevölkerung müsste erhebliche Einbußen an Lebensqualität und Gesundheit hinnehmen, würden Teile des Stadtgartens vernichtet: ein weitläufiges Spazieren im innerstädtischen Grün wäre stark beschnitten, ungefiltert würden Schadstoffe von der B42 in die Stadt hineingeblasen werden, zudem wird der Schutz und Lebensraum streng geschützter Tierarten, wie Fledermäuse und der selten gewordenen Haselmäuse, gefährdet.

„Es ist irritierend, dass ein Teil des Stadtgartens durch die ISEK-Bebauungspläne in das Visier kurzfristiger und kurzsichtiger Interessen geraten ist. Im Rahmen der Bewerbung für die Landesgartenschau 2020 wurde er doch von den verantwortlichen Antragstellern als ein wichtiges Highlight gepriesen.“, ergänzten die anwesenden Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative. Sie kündigten an, nach den Sommerferien eine Unterschriftenaktion zu starten und die Diskussion um den Widerstreit von quantitativem und qualitativem Wachstum in der Stadt anzustoßen.

„Wir möchten, dass der Löwe weiter beruhigt schlafen kann“, so der einhellige Wille der Initiatoren. „Freuen würde er sich mit Sicherheit, könnte der Stadtrat sich dafür entscheiden, den Stadtgarten in „Löwenpark“ umzubenennen.“

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